Eine Fremdsprache in der Primarschule? Es braucht schon zwei!

Im Kanton Zürich kommt am 26. November 2006 eine Initiative vor's Stimmvolk welche fordert, dass künftig in der Primarschule nur noch eine Fremdsprache unterrichtet werden soll. Meine Schulkarriere verbrachte ich in der Rudolf Steiner Schule und ich hatte ab der 1. Klasse zwei Fremdsprachen: Englisch und Französisch. Auch wenn ich heute die Grammatik und Orthographie in beiden Sprachen nicht umbedingt besser verstehe als Freunde die staatliche Schule gingen, so profitiere ich immer noch von meiner frühen Bekanntschaft mit zwei Fremdsprachen: Ich übersetze nicht, dass bedeutet ich überlege nicht zu erst was ich auf deutsch sagen will und überlege mir dann, was das jetzt auf französisch übersetzt heisst, sondern ich überlege direkt, was ich auf französisch sagen will. Das selbe ist mit dem Englisch oder wenn mir jemand etwas auf englisch oder französisch erklärt verstehe ich es auch, ohne dass ich mir es auf deutsch übersetze. Ich bin überzeugt, dass ich dies dem frühen spielerischen Kontakt mit den Fremdsprachen in der Rudolf-Steiner Schule zu verdanken haben. Es kann grundsätzlich nicht schaden möglichst früh mit Fremdsprachen konfrontiert zu werden. Grundsätzlich haben die Initianten recht, wenn sie auf den Prüfungsdruck beim Übertritt in die Sekundarschule hinweisen. Doch hier liegt der Fehler nicht darin, dass zwei Fremdsprachen in der Primarschule unterrichtet werden. Es ist viel mehr ein Problem, dass bereits auf Primarstufe damit begonnen wird Grammatik und Vocabulaire zu lernen. Dabei können Kinder durchaus mit Lernbegierde eine Sprachen lernen, wenn sie nicht gerade eine Tabelle von Wort Übersetzungen auswendig lernen müssen oder strikte Konjugationsregeln büffeln müssen! Dass soll in beiden Sprachen in der Oberstufe geschehen.

Darum muss diese Initiative unbedingt abgelehnt werden. Vielleicht kommen, dann die Initianten auf bessere Ideen, wie das Zürcher Schulsystem optimiert werden kann!
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