Eine Fremdsprache in der Primarschule?
Es braucht schon zwei!
06. November 2006 21:54 Abgelegt
in:
Zürich
Im Kanton Zürich kommt am 26. November
2006 eine Initiative vor's Stimmvolk welche fordert, dass künftig
in der Primarschule nur noch eine Fremdsprache unterrichtet werden
soll.
Meine
Schulkarriere verbrachte ich in der
Rudolf Steiner
Schule und ich hatte ab der 1. Klasse zwei Fremdsprachen:
Englisch und Französisch. Auch wenn ich heute die Grammatik und
Orthographie in beiden Sprachen nicht umbedingt besser verstehe als
Freunde die staatliche Schule gingen, so profitiere ich immer noch
von meiner frühen Bekanntschaft mit zwei Fremdsprachen: Ich
übersetze nicht, dass bedeutet ich überlege nicht zu erst was ich
auf deutsch sagen will und überlege mir dann, was das jetzt auf
französisch übersetzt heisst, sondern ich überlege direkt, was ich
auf französisch sagen will. Das selbe ist mit dem Englisch oder
wenn mir jemand etwas auf englisch oder französisch erklärt
verstehe ich es auch, ohne dass ich mir es auf deutsch übersetze.
Ich bin überzeugt, dass ich dies dem frühen spielerischen Kontakt
mit den Fremdsprachen in der Rudolf-Steiner Schule zu verdanken
haben. Es kann grundsätzlich nicht schaden möglichst früh mit
Fremdsprachen konfrontiert zu werden. Grundsätzlich haben die
Initianten recht, wenn sie auf den Prüfungsdruck beim Übertritt in
die Sekundarschule hinweisen. Doch hier liegt der Fehler nicht
darin, dass zwei Fremdsprachen in der Primarschule unterrichtet
werden. Es ist viel mehr ein Problem, dass bereits auf Primarstufe
damit begonnen wird Grammatik und Vocabulaire zu lernen. Dabei
können Kinder durchaus mit Lernbegierde eine Sprachen lernen, wenn
sie nicht gerade eine Tabelle von Wort Übersetzungen auswendig
lernen müssen oder strikte Konjugationsregeln büffeln müssen! Dass
soll in beiden Sprachen in der Oberstufe geschehen.
Darum muss diese Initiative unbedingt abgelehnt werden. Vielleicht
kommen, dann die Initianten auf bessere Ideen, wie das Zürcher
Schulsystem optimiert werden kann!