31. Mai 2006 08:22 Abgelegt
in:
Sicherheit
Der Bericht zur inneren Sicherheit
sagt ganz klar, die Sicherheitslage der Schweiz hat sich
verschlechtert:
- Die Schweiz könnte Ziel eines islamistischen Terroranschlags
werden.
- Die Gefahr von Rechtsextremer Gewalt nimmt zu.
- Die Linksextremen sind Gewaltbereiter, insbesondere gegen
Polizisten
- Die Hooligans werden immer jünger.
- Das organisierte Verbrechen nimmt zu, insbesondere der
Frauenhandel.
Ich habe mir dazu folgende Überlegungen:
Für einen Selbstmordanschlag braucht es mindestens eine Bombe um
ein Selbstmordattentäter. Durch Migrationsbewegungen aus
islamischen Ländern gibt es wahrscheinlich überall auf der Welt
einen potenziellen Selbstmordattentäter. Bombenbauen ist eigentlich
auch keine Hexerei. Zudem lassen sich gewisse Sprengstoffe aus
Handelsüblichen Produkten herstellen. Daher ist in der Tat ein
Terroranschlag in der Schweiz möglich, aber die Gefahr hat sich
wohl kaum erhöht.
Die Gefahr von Rechtsextremen hat auch meiner Einschätzung nach
zugenommen.
Zur Gewaltbereitschaft von Linkextremen gegenüber der Polizei ist
zusagen, dass noch Mitte der 90er-Jahren kleine und grosse
unbewilligten Demos, jeweils nicht von der Polizei verhindert
worden sind. Diese sind dann meist friedlich verlaufen. In der
letzten Jahren und insbesondere nach dem G8-Gipfel in Evian haben
die meisten Polizeileitungen ihre Strategie geändert und gekesseln
nichtbewilligte Demos von Anfang an ein. Dies Eskaliert dann
meistens. Die Eskalation hätte es bei gleicher Polizeitaktik auch
schon Mitte der 90er-Jahre gegeben.
Die Hooliganszene kann ich nicht einschätzen. Aussagen, die während
einer politischen Debatte veröffentlicht werden sind aber immer mit
Vorsicht zu geniessen.
Die Aussage zum organisierten Verbrechen dürfte meiner Ansicht nach
korrekt sein.
Die Veränderte Sicherheitslage hat meiner Ansicht nach viel mehr
mit der bürgerlichen Finanzpolitik zu tun. Wenn der Staat immer
mehr spart, gibt einerseits mehr gesellschaftliche VerliererInnen.
Diese Personen fühlen sich von der Gesellschaft benachteiligt. Es
bilden sich Aggressionen und da man nicht mehr viel zu verlieren
hat werden die Aggressionen ausgelebt. Andererseits, bewirkt der
staatliche Spardruck, dass die verschiedenen Bereiche des
Staatsapperates vermehrt versuchen ihre Aufgaben zu rechtfertigen,
damit nicht in diesem Teil gespart wird. Damit nicht bei Polizei
und Staatsschutz (DAP) gespart wird, muss die Sicherheitslage
verschlechtert werden. Es kann auch durchaus möglich sein, dass
sich die Sicherheitslage kaum verschlechtert hat, diese aber anders
eingeschätzt wird um die Sparpolitik im eigenen Bereich
abzublocken.
Bericht zur inneren Sicherheit der Schweiz (
pdf)