Debatte Fussgängerstreifen
15. April 2007 12:18 Abgelegt
in:
Verkehr
Im Tages Anzeiger vom 14.04.2007
(Seite 19) schreibt Marco Hüttenmoser, der Leiter der Forschungs-
und Dokumentationsstelle Kind und Umwelt "Was der
Fussgängerstreifen bringt" ein flammendes Plädoyer für den
Fussgängerstreifen. Er kritisiert, den Trend "gefährliche"
Fussgängerstreifen zu entfernen. Damit die Zahl der Umfälle auf
Fussgängerstreifen sinkt und sagt aus, dass der Rückgang von
verunfallten Kindern vor allem darauf zurückzuführen ist, dass
diese sich weniger im Strassenraum bewegen.
Doch die Lösung muss nicht immer in einem Fussgängerstreifen
liegen. Die massnahmen, welche Marco Hüttenmoser für mehr
Sicherheit bei Fussgängerstreifen vorschlägt (Trottoirnasen,
Mittelinsel, Temporeduktion des motorisierten Verkehrs) können auch
ohne Fussgängerstreifen als Querungshilfen dienen. Die kann oft
dort sinnvoll sein, wo die Verkehrmenge gering ist und viele
Fussgänger (auch Kinder und alte Leute) neben dem
Fussgängerstreifen queren. Man muss sich ins Bewusstsein rufen,
dass ein Fussgängerstreifen nur eine Vortrittsmarkierung für
Fussgänger darstellt und Fussgängerstreifen durch die 50 m Regel
die Fussgänger auch zwingen dort zu queren. Fussgängerstreifen,
stellen also eine Bündellung der Fussgängerquerungen dar, was für
die Fussgänger oft mit Umwegen verbunden ist, diese nehmen die
Umwege nur in Kauf, wenn tatsächlich Verkehr auf der Strasse ist
und queren sonst möglichst Wunschlinien nach.
Das Konzept Fussgängerstreifen muss überarbeitet werden:
1. Die 50m-Regel muss aufgehoben werden. (Queren näher als 50m
neben einem Fussgängerstreifen ist verboten)
2. Im schweizerischen Strassenverkehrsgesetz muss eine Mittelding
zwischen Fussgängerstreifen (Vortrittsmarkierung) und nichts
ermöglicht werden. Querungshilfen auch ohne Vortritt ermöglichen.
(Fussgängerfurt)
Also Fussgängerstreifen sind nicht die Lösung für jedes
Fussverkehrsproblem. Die ersatzlose Aufhebung von
Fussgängerstreifen auch nicht die Lösung. Das Kinder sich kaum noch
selbständig im Strassenraum bewegen liegt oft mehr an den sehr
ängstlichen Eltern. In meiner Nebentätigkeit als Mitarbeiter in
einem Verkehrsplanungsbüro kommt es mir oft so vor, dass je
sicherer eine Strasse ist, desto grössere Probleme sehen die
Anwohner mit Kinder.
Es ist wichtig, dass eine kohärentes, engmaschiges
Langsamverkehrsnetz aufgebaut und unterhalten wird. Dabei sind den
Querungspunkten besondere Beachtung zu schenken.