Debatte Fussgängerstreifen

Im Tages Anzeiger vom 14.04.2007 (Seite 19) schreibt Marco Hüttenmoser, der Leiter der Forschungs- und Dokumentationsstelle Kind und Umwelt "Was der Fussgängerstreifen bringt" ein flammendes Plädoyer für den Fussgängerstreifen. Er kritisiert, den Trend "gefährliche" Fussgängerstreifen zu entfernen. Damit die Zahl der Umfälle auf Fussgängerstreifen sinkt und sagt aus, dass der Rückgang von verunfallten Kindern vor allem darauf zurückzuführen ist, dass diese sich weniger im Strassenraum bewegen.
Doch die Lösung muss nicht immer in einem Fussgängerstreifen liegen. Die massnahmen, welche Marco Hüttenmoser für mehr Sicherheit bei Fussgängerstreifen vorschlägt (Trottoirnasen, Mittelinsel, Temporeduktion des motorisierten Verkehrs) können auch ohne Fussgängerstreifen als Querungshilfen dienen. Die kann oft dort sinnvoll sein, wo die Verkehrmenge gering ist und viele Fussgänger (auch Kinder und alte Leute) neben dem Fussgängerstreifen queren. Man muss sich ins Bewusstsein rufen, dass ein Fussgängerstreifen nur eine Vortrittsmarkierung für Fussgänger darstellt und Fussgängerstreifen durch die 50 m Regel die Fussgänger auch zwingen dort zu queren. Fussgängerstreifen, stellen also eine Bündellung der Fussgängerquerungen dar, was für die Fussgänger oft mit Umwegen verbunden ist, diese nehmen die Umwege nur in Kauf, wenn tatsächlich Verkehr auf der Strasse ist und queren sonst möglichst Wunschlinien nach.
Das Konzept Fussgängerstreifen muss überarbeitet werden:
1. Die 50m-Regel muss aufgehoben werden. (Queren näher als 50m neben einem Fussgängerstreifen ist verboten)
2. Im schweizerischen Strassenverkehrsgesetz muss eine Mittelding zwischen Fussgängerstreifen (Vortrittsmarkierung) und nichts ermöglicht werden. Querungshilfen auch ohne Vortritt ermöglichen. (Fussgängerfurt)
Also Fussgängerstreifen sind nicht die Lösung für jedes Fussverkehrsproblem. Die ersatzlose Aufhebung von Fussgängerstreifen auch nicht die Lösung. Das Kinder sich kaum noch selbständig im Strassenraum bewegen liegt oft mehr an den sehr ängstlichen Eltern. In meiner Nebentätigkeit als Mitarbeiter in einem Verkehrsplanungsbüro kommt es mir oft so vor, dass je sicherer eine Strasse ist, desto grössere Probleme sehen die Anwohner mit Kinder.
Es ist wichtig, dass eine kohärentes, engmaschiges Langsamverkehrsnetz aufgebaut und unterhalten wird. Dabei sind den Querungspunkten besondere Beachtung zu schenken.
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