Demokratie in Zürich

ich bin vor einem halben Jahr aus dem bernischen Langenthal nach Zürich gezogen. Im Kanton Bern war ich mir gewohnt, dass wenn es für ein Amt nur einen Kandidaten oder eine Kandidatin gibt wird nicht gewählt, da dies eine Proforma Wahl wäre, welche viel kostet und wenig bringt. Ich war mir gewohnt, dass im Kuvert mit den Wahlunterlagen, Prospekte von allen Gruppierungen vorzufinden, welche eine Wahlliste eingereicht haben. Somit ist die Wahlbevölkerung sauber informiert, wen sie wählen kann und die KandidatInnen habe an einem Ort alle das gleiche recht sich zu präsentieren. Schon vor meinem war ich jeweils überrascht, was in Zürich alles von Volk gewählt werden muss. Doch viel mehr erstaunt bin ich wie wenig Auskunft die offiziellen Wahlunterlagen über die zu wählenden Personen geben. Teilweise fehlen sogar vorgedruckte Wahlzettel mit den Namen der KandidatInnen. Wer die Zeitungsartikel nicht aufbewahrt hat teilweise keine Chance zu wissen, wer überhaupt für den Kreis-, oder Bezirksirgenwas kandidiert. Wer zusätzlich einen ausländischen Namen hat wird wahrscheinlich auch nicht einen überfüllten Briefkasten mit Wahlunterlagen haben und somit auch nur wenige Informationen zu bevorstehenden Wahlen und damit werden die Medien absolut zur politischen Macht, weil sie teilweise die Darstellung von KandidatInnen und Parteien verändern können und die Parteien haben nur wenige Möglichkeiten zur direkten Selbstdarstellung. Somit stellt sich die Frage ob mehr wählen auch mehr Demokratie bedeutet oder ob es sinnvoller ist weniger Ämter vom Volk wählen zulassen und dafür Wahlen mit guten Informationen ermöglichen.

Die Wahl zwischen dem Hans Meier, 56 Kaufmann und dem Fritz Müller, 50 tech. Arbeiter ist ja nicht wirklich eine Wahl, weil der Stimmbürger ohne Internet Recherchen nicht weiss welchen Parteien die beiden erfundenen Kandidaten angehören und das Amt für das die beiden Kandieren sagt den meisten auch nichts. Die Wahl hat nur wer auch informiert ist und es wäre sinnvoll die Informations-Holschuld des Wahlvolkes und eine Informations-Bringschuld der Behörden und der Kandidierenden umzuwandeln. Zusätzlich wäre zu überprüfen welche Gremien in Zukunft von Legislativen gewählt werden sollen.
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