Demokratie in Zürich
06. Februar 2006 15:25 Abgelegt
in:
Zürich
ich bin vor einem halben Jahr aus dem
bernischen Langenthal nach Zürich gezogen. Im Kanton Bern war ich
mir gewohnt, dass wenn es für ein Amt nur einen Kandidaten oder
eine Kandidatin gibt wird nicht gewählt, da dies eine Proforma Wahl
wäre, welche viel kostet und wenig bringt. Ich war mir gewohnt,
dass im Kuvert mit den Wahlunterlagen, Prospekte von allen
Gruppierungen vorzufinden, welche eine Wahlliste eingereicht haben.
Somit ist die Wahlbevölkerung sauber informiert, wen sie wählen
kann und die KandidatInnen habe an einem Ort alle das gleiche recht
sich zu präsentieren. Schon vor meinem war ich jeweils überrascht,
was in Zürich alles von Volk gewählt werden muss. Doch viel mehr
erstaunt bin ich wie wenig Auskunft die offiziellen Wahlunterlagen
über die zu wählenden Personen geben. Teilweise fehlen sogar
vorgedruckte Wahlzettel mit den Namen der KandidatInnen. Wer die
Zeitungsartikel nicht aufbewahrt hat teilweise keine Chance zu
wissen, wer überhaupt für den Kreis-, oder Bezirksirgenwas
kandidiert. Wer zusätzlich einen ausländischen Namen hat wird
wahrscheinlich auch nicht einen überfüllten Briefkasten mit
Wahlunterlagen haben und somit auch nur wenige Informationen zu
bevorstehenden Wahlen und damit werden die Medien absolut zur
politischen Macht, weil sie teilweise die Darstellung von
KandidatInnen und Parteien verändern können und die Parteien haben
nur wenige Möglichkeiten zur direkten Selbstdarstellung. Somit
stellt sich die Frage ob mehr wählen auch mehr Demokratie bedeutet
oder ob es sinnvoller ist weniger Ämter vom Volk wählen zulassen
und dafür Wahlen mit guten Informationen ermöglichen.
Die Wahl zwischen dem Hans Meier, 56 Kaufmann und dem Fritz Müller,
50 tech. Arbeiter ist ja nicht wirklich eine Wahl, weil der
Stimmbürger ohne Internet Recherchen nicht weiss welchen Parteien
die beiden erfundenen Kandidaten angehören und das Amt für das die
beiden Kandieren sagt den meisten auch nichts. Die Wahl hat nur wer
auch informiert ist und es wäre sinnvoll die Informations-Holschuld
des Wahlvolkes und eine Informations-Bringschuld der Behörden und
der Kandidierenden umzuwandeln. Zusätzlich wäre zu überprüfen
welche Gremien in Zukunft von Legislativen gewählt werden sollen.