ÖV schafft Arbeitsplätze
16. Januar 2006 17:40 Abgelegt
in:
Verkehr
Im Auftrag von umverkehR
erstellte das Beratungsbüro econcept die Studie «Arbeitsplätze
durch Umlagerung von Treibstoffzollgeldern». Darin wird untersucht,
wie sich die Verlagerung eines Drittels der Treibstoffzölle hin zum
Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr auf die Beschäftigung im
Jahre 2025 auswirkt. Das Fazit der an einer Medienkonferenz in Bern
vorgestellten Studie ist erfreulich: Dank der Umlagerung können
unter dem Strich rund 7000 bis 14'000 neue Arbeitsplätze geschaffen
werden. In einer Aktion visualisierte umverkehR die neu
geschaffenen Stellen und hängte auf dem Waisenhausplatz in Bern
Tausende von Arbeitsverträgen auf.
Christian Harb, Präsident von umverkehR, kommentiert die Ergebnisse
der Studie «Arbeitsplätze durch Umlagerung von
Treibstoffzollgeldern» an einer Medienkonferenz in Bern als
dreifache Chance für die Schweiz: «Die Umlagerung eines Drittels
der Treibstoffzölle hin zum ÖV ist eine Chance für die Wirtschaft,
Gesellschaft und Umwelt zugleich. Wirtschaftswachstum und
Arbeitslosigkeit galten bisher als Killerargument für
Umweltanliegen – zu unrecht.» Auch Adrian Wüthrich,
Sachbearbeiter Verkehrspolitik beim Schweizerischen Eisenbahn- und
Verkehrspersonal-Verband (SEV), begrüsst die Studie: «Die
Arbeitsplätze in der ÖV-Branche sind gute Arbeitsplätze. Mit der
umverkehR-Idee könnten für viele Tausend Beschäftigte bessere
Arbeitsbedingungen geschaffen werden.»
Mit der von umverkehR vorgeschlagenen Umlagerung von der Strasse
auf die Schiene können laut der Studie bis ins Jahr 2025 rund 7000
bis 14'000 zusätzliche Stellen entstehen, ohne dass dabei in einer
Brache Arbeitsplätze verloren gehen. Langfristig findet so immerhin
jeder zehnte Arbeitslose wieder einen Job. umverkehR nahm das
positive Fazit zum Anlass auf dem Waisenhausplatz, Mitten im
Zentrum von Bern, die neu geschaffenen Arbeitsplätze mit einer
Aktion darzustellen: An Wäscheleinen wurden Tausende von
Arbeitsverträgen aufgehängt.
Wie die Studie weiter aufzeigt, gibt die von umverkehR propagierte
verkehrspolitische Kehrtwende auch einen gesellschaftlichen Nutzen.
Statt für das verhältnismässig teure Autofahren werden künftig
günstigere Verkehrsmittel wie Bahn, Bus oder das Velo benutzt. Die
eingesparten Gelder werden für andere Konsumbedürfnisse ausgegeben:
So profitieren schlussendlich auch die Beizerin um die Ecke, der
Coiffeur oder der Spielwarenladen.
Zu guter Letzt profitiert die Umwelt: die CO2-Emissionen werden
reduziert und die Verkehrsprobleme in den Agglomerationen
vermindert. Der vom Bundesrat vorgeschlagene Infrastrukturfonds
dagegen – eine Neuauflage von Avanti ohne Gotthard –
widerspricht dem Volkswillen. Der unaufhörliche Ausbau der
Nationalstrassen verschlingt nicht nur Milliarden von Franken, er
bringt auch Mehrverkehr und damit mehr Probleme. umverkehR fordert
deshalb, dass die Agglomerationsprogramme konsequent auf Bahn und
Bus, Fuss- und Veloverkehr ausgerichtet werden müssen und auf einen
Ausbau des Nationalstrassennetzes in Städten und Agglomerationen
verzichtet wird.
Download der Studie als Zusammenfassung oder in vollem Umfang.
Anmerkung: Der Artikel wurde von umverkehR
übernommen.